29 wenn wir uns an die Fronte der Schlachtordnung ſtellen, die Abſicht, zu ſehen, wie unſere Lehensleute und Begleiter ſich benehmen, und hegen keineswegs, wie manche vermuthet haben, den Wunſch, eiteln Ruhm fuͤr uns ſelbſt zu erndten. Wir kennen die Eitelkeit des menſchlichen Lobes, das nur Rauch iſt, und nicht zur Erringung deſſelben, ſondern aus ganz andern Abſichten ſchnallen wir unſere Ruͤſtung an.“
De Vaur war beſtuͤrzt, als er von dem Koͤnige eine Erklaͤrung vernahm, die mit ſeinem Charakter ſo wenig uͤbereinſtimmte, und glaubte anfaͤnglich, daß nichts als die Naͤhe des Todes ihn vermocht ha⸗ ben koͤnne, ſo abſchaͤtzig vom Kriegsruhme zu ſpre⸗ chen, der ſein wahres Lebens⸗Princip war. Als er ſich aber erinnerte, daß er den koͤniglichen Beichtva⸗ ter in dem aͤuſſern Zelte geſehen hatte, ſo war er klug genug, dieſe voruͤbergehende Selbſterniedrigung als eine Folge der Ermahnungen des ehrwuͤrdigen Man⸗ nes zu betrachten, und ließ den Koͤnig ohne Erwie⸗ derung fortfahren.
„Ja,“ fuhr Richard fort,„ich habe in der That bemerkt, wie dieſer Ritter ſeine Pflicht thut. Mein Commandoſtab waͤre keinen Pfifferling werth, wenn er meiner Beobachtung entgangen waͤre;— und ſchon fruͤher haͤtte ich ihm Beweiſe meiner Guͤte gegeben, wenn ich nicht auch ſeinen vermeſſenen und kuͤhnen Duͤnkel bemerkt haͤtte.“


