112 den Schein beider Lichter auf den Ritter, und nach⸗ dem ſie ihn ſorgfaͤltig gemuſtert hatten, kehrten ſie einander das Geſicht zu, und brachen in ein lautes gellendes Gelaͤchter aus, das in ſeinen Ohren nach⸗ hallte. Der Schall war ſo graͤßlich, daß Sir Ken⸗ neth erſchrocken auffuhr, und haſtig im Namen Got⸗ tes fragte, wer diejenigen waͤren, die dieſen heiligen Ort durch ſo ſeltſame Grimaſſen und ein ſo abſcheu⸗ liches Geſchrei entweihten.
„Ich bin der Zwerg Nebectamus,“ ſagte die maͤnnliche Mißgeburt, mit einer Stimme, die ſeiner Figur entſprach, und dem Geſchrei des Nachtraben aͤhnlicher war, als irgend ein Laut, der am hellen Tage gehoͤrt wird. 4
„Und ich bin Guenevra, ſeine Frau und Ge⸗ liebte,“ erwiederte die weibliche Figur in noch gellen⸗ deren und wilderen Toͤnen.
„Was thut Ihr denn hier,“ fragte der Ritter wieder, noch nicht ganz uͤberzeugt, daß er menſchliche Weſen vor ſich ſah.
„Ich bin,“ verſetzte der Zwerg mit angenomme⸗ ner großer Ernſthaftigkeit und Wuͤrde,„der zwoͤlfte Imaum— ich bin Mahommed Mohadi, der Fuͤhrer und Wegweiſer der Glaͤubigen. Hundert Pferde ſte⸗ hen fuͤr mich und mein Gefolge geſattelt in der heili⸗ gen Stadt, und eben ſo viele in der Stadt der Zu⸗ flucht. Ich bin der, welcher Zeugniß geben ſoll, und dieſe iſt eine meiner Houris.“
„Du


