Teil eines Werkes 
4. Band (1874)
Entstehung
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eine Stunde bei den geliebten Freunden und Verwand⸗ ten dort zuzubringen; das melde dort oben!

Er nickt ſeiner Tochter zu und ſchreitet dann wie⸗ der die Treppe hinauf nach ſeinem ſtillen Zimmer, und Sophie bleibt drunten an der Treppe ſtehen; gedanken⸗ voll ſchaut ſie dem Vater nach und wiederholt ſich im Geiſte jedes Wort, das er geſprochen und prüft von jedem Worte den geheimen Sinn.

Was iſt es mit ihrem Vater, was hat er vor?

Sie glaubt nicht an ihn, ſie allein läßt ſich nicht täuſchen von ſeinen Worten; denn die Liebe zu dem einzigen, zu dem fernen theuren Freunde macht ihr den Blick ſcharf und hat den Argwohn in ihr Herz gelegt, den Argwohn gegen den eigenen Vater!

Wehe mir, wehe, daß es ſo iſt; aber ich miß⸗ traue ſeiner Zärtlichkeit und ich glaube nicht an ſeine Liebe!

So flüſtert Sophie gedankenvoll und ängſtlich in ſich ſelber und ihr Schritt iſt langſam und ſie hat das Haupt geſenkt, als ſie den Weg hinaufgeht zu dem Schloſſe. Aber als ſie am Abend heimkehrt, da iſt ihr Schritt beflügelt, ihr Angeſicht ſtrahlt, ein tiefes glüh⸗ endes Feuer leuchtet aus ihren Augen und ihre Seele iſt voll Freude und Jubel. Es ſteht etwas in ihrem Angeſichte geſchrieben und derHerr Paſtor lieſt es wol

Mühlbach, Proteſtantiſche Jeſuiten. IV. 13