Teil eines Werkes 
2. Abtheilung : 3. Band (1874)
Entstehung
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tönte, welche das alte deutſche Lied:Die Frühlings⸗ göttin ſang.

Der König eilte, durch dieſen bezaubernden nächt⸗ lichen Geſang bewegt, an das Fenſter und bemerkte auf einem mit Bäumen umgebenen Felſen eine auf⸗ rechtſtehende, in weiße Gewänder, wie ein Geſpenſt ge⸗ kleidete Frauengeſtalt. Sie ſchien ſchön zu ſein und trat auf dem dunklen Waldesgrunde beſonders lieblich hervor.

Sie ſang weiter und je weiter ſie ſang, deſto reiner und beſtrickender wurde ihr Vortrag. Der von Zeit zu Zeit aus dunklem Gewölk hervortretende Mond warf auf die geheimnißvolle Sängerin bleiche, melancholiſche Strahlen. Der Horizont verfinſterte ſich, Blitze zuckten, der ferne Donner rollte und beglei⸗ tete in eigener Weiſe den Geſang, der immer ſchöner klang.

Der König ſandte ſofort nach der Sängerin, man durchſuchte das Gehölz vergebens das Gewitter war unterdeſſen mit voller Heftigkeit heraufgezogen und machte den Nachforſchungen ein Ende.

Zwei Jahre ſpäter war der König in Potsdam und wollte ſich gerade zur Ruhe begeben, als er ur⸗ plötzlich in der Stille der Nacht abermals die himmel⸗

anſteigende Stimme der Fee vernahm. Er ſchellt Mühlbach, Proteſtantiſche Jeſuiten. 2. Abth. III. 16