Teil eines Werkes 
2. Abtheilung : 2. Band (1874)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

25

Lieber Mann, hieß es darauf,das iſt ſchlimm, die Kirchenkaſſe iſt leer, es ſind viele Arme in der Gemeinde.

Eine Kleinigkeit, Herr Paſtor, wir haben nichts zu eſſen, meine Kinder hungern.

Lieber Mann, einige Groſchen nützen Euch nichts, wendet Euch an den Magiſtrat, ich kann Euch nicht unterſtützen. Ich habe einen Sohn, der iſt Cavallerie⸗ offizier und Ihr mögt es vielleicht nicht wiſſen, die Cavallerieoffiziere koſten den Vätern viel Geld. Geht alſo zum Magiſtrat und leſet fleißig in der Bibel, geht in die Kirche, der Herr wird ſich Eurer annehmen. Geht mit Gott, lieber Mann und ſeht zu, daß Ihr Arbeit bekommt, das Betteln iſt verboten!

Der Fürſt, fuhr der Kronprinz fort, ging weiter und kam zu einem Geiſtlichen, der ärmlich wohnte und dachte, du mußt hier zuſehen, ob der Arme wenigſtens Rath findet. Ein blühendes junges Mädchen, rein und friſch wie gefallener Schnee, öffnete ihm die Thür.

Der Vater ſchlummert, ſagte ſie,er iſt müde von einem Begräbniß heimgekehrt, ich möchte ihn nicht wecken, aber ſetzt Euch, lieber Mann und wartet, bis er aufwacht.

Damit führte ſie ihn in die Küche und kratzte den Reſt des ärmlichen Mittagbrodes zuſammen und reichte ihm die Schüſſel.Eßt, ſagte ſie,die Mohrrüben ſind