und den Deinen zu gefallen“, erwiderte der Paſtor mit leiſe gerunzelter Stirn.„Er machte Dir ſeinen
Beſuch und auch Deinem Sohn Marco; doch ihr er⸗
widertet ihn nicht und fandet es auch nicht der Mühe werth, den jungen Mann einzuladen. Er iſt freilich nur ein Candidat der Theologie, aber ein ſehr würdiger und gelehrter junger Mann.“
„Mag ſein, daß er gelehrt iſt“, ſagte der Baron,
„doch ob er würdig iſt, das wage ich nicht zu ent⸗ ſcheiden.“
„Ich aber erlaube mir, das Gegentheil zu behaup⸗ ten“, ſagte Marco raſch;„ich weiß, daß dieſer Herr
Candidatus Johannes Streber ein Heuchler iſt und
ganz in der Stille, während er Ihnen, meinem lieben Oheim, gegenüber eine fromme und gottſelige Miene annimmt, ein ziemlich unregelmäßiges Leben führt und ein rechtes Weltkind im ſchlimmſten Sinn des Wortes iſt. Ich wage nicht weiter in Gegenwart der Damen von dem, was ich dem Herrn Johan⸗ nes Streber vorzuwerfen habe, zu ſprechen, denn es würde unſchicklich ſein; doch wenn mein lieber Onkel von mir erfahren will, was ich dem Herrn Johannes Streber zum Vorwurf zu machen habe, und wie wenig er den Namen eines heiligen und würdigen Gottes⸗
„Ich weiß, er hat nicht das Glück gehabt, Dir


