war, die Heimath tödtet mich; und doch ſehnte ich mich inmitten der herrlichſten, bezaubernſten Natur immer nach dieſen öden, rauhen Stätten meiner Fu⸗ gend! Nun bin ich da, und ſie werden mir den Tod bringen!— Ich will zum Arzt ſchicken, ich will ihm meine Leiden klagen; aber er ſoll wie zufällig kommen, Olympia darf nichts davon wiſſen; ſie hat um meinet⸗ willen ihre Heimath, ihre Jugenderinnerungen verlaſſen. Ich bin ihre Heimath, und ſie würde zittern für unſer Glück, wenn ſie wüßte—— nein, nein, ſie darf nichts wiſſen!“
Und der Baron ſchob das blutgeröthete Tuch tief in ſeine Bruſttaſche und trat vom Fenſter zurück an den Schreibtiſch, vor welchem er ſich niederließ und raſch einige Zeilen auf das Papier warf; dann klin⸗ gelte er dem alten ergrauten Diener, der ſofort in das Gemach eintrat; er winkte ihn dicht zu ſich heran: „Ludwig“, ſagte er,„nicht wahr, Du biſt mir treu und Du biſt verſchwiegen?“
„Ich denke, Euer Gnaden wiſſen das, ſagte der alte Mann mit einem faſt zärtlichen Blicke auf ſeinen Herrn.„Ich bin durch die ganze Welt mit Cuer Gnaden gewandert und hoffe, mich allerorten als treu bewährt zu haben, und ich denke, mein Alter wird mich auch vor unzeitiger Schwatzhaftigkeit bewahren.
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