Teil eines Werkes 
2. Band (1873)
Entstehung
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Liebe gebracht, und die Gnade und die Liebe leuchtet nun wieder über dem Haupte des edelſten der Men⸗ ſchen. In zweiter Inſtanz iſt der Prozeß unſeres Meiſters verhandelt worden, und umgeſtoßen hat die zweite Inſtanz alle die Srafurtheile der erſten. Jeder Makel an ſeiner Ehre iſt zurückgenommen, aufgehoben iſt die Strafe des bürgerlichen Todes; wiedergegeben iſt der geliebte Herr den Seinen, und die Wolke des Unmuthes iſt von ſeinem Haupte genommen. Nur das Eine hat das Wort den Gnade nicht vollbringen können, nur wieder einſetzen in ſein Amt konnte es den Archidiaconus nicht, da die eigene ſtädtiſche Be⸗ hörte ſolches nicht zulaſſen möchte. Und ſo werden wir denn, ruft der Paſtor Dieſtel,von nun an ſein die trauernden Hirten ohne ihre Heerde, wie ihr ſein werdet die trauernde Heerde ohne ihren Hirten!

Und da jammerte es und ſchluchzte es in dem weiten Raume.

Nein, wir wollen nicht ſein die trauernde Heerdeohne ihre Hirten! Ihr ſollt bei uns bleiben, bei uns bleiben!

Und wie ſie weinen und klagen, richtet der Hirt ſich empor von ſeinem Sitze und breitet die Hände aus. Und Alles wird ſtill auf einmal. Als er dann ſpricht, klingt es vor ihrer aller Ohren wie heilige himmliſche Muſik.

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