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zu bemerken, dieſe Dame, welche es wagte, ſolche Be⸗ hauptungen aufzuſtellen, war nicht eine vornehme Frau, ſondern es war die Maitreſſe des Fürſten von Har⸗ denberg. Sie wollte meinem Vater die Ehre erweiſen, ihn zum Gemahl zu erwählen, und da mein Vater dieſe Ehre entrüſtet von ſich wies, ſchwu ſie ihm Rache. Sie kam zu ihm in das Hotel und bat ihn noch einmal mit leidenſchaftlichen Worten, ihre Hand anzunehmen, und da er es vielleicht mit allzu harten Worten ablehnte, verließ ſie ihn zornig, indem ſie ihm glühende Rache ſchwur. Zwei Stunden ſpäter erfüllte ſie das Hotel des Fürſten Hardenberg mit dem Geſchrei und Jammer, es ſeien ihr ihre Brillanten geſtohlen worden, und meinen Vater klagte ſie als den Dieb an. Der Fürſt von Hardenberg nahm die Klage auf, und mein Vater ward wirklich in Arreſt genom⸗ men. Man wagte es wirklich, den Baron v. Schwing, den Sohn einer Reihe ehrenwerther und hoher Ahnen, alſo zu beſchimpfen. Doch“, unterbrach ſich der Baron hochaufathmend,„ich bitte um Vergebung! Die Erin⸗ nerung an ſolche Schmach bringt mich noch jetzt zum Zorn.“
„Ihr Zorn ſteht Ihnen ſehr wohl an, Baron“, ſagte der König gütig.„Es geziemt dem Sohne, an die Unſchuld und Ehre des Vaters zu glauben. Doch


