159 ſo wird es ſein, denn ſonſt würde mein ſtets ſo pünkt⸗ licher Vater ſicherlich ſchon jenes ſchwarze, unbequeme Ungeheuer, genannt Frack, welches da noch mit un⸗ ſchuldvoller Miene ſeine Aermel über die Sofalehne ſchlingt, über ſeine kräftigen Arme gehüllt haben und ſich courgemäß darſtellen.“
„Es iſt wahr“, lächelte der Baron,„ich verſchiebe immer dieſen abſcheulichen Moment des Frackanziehens bis zur letzten Minute. Denn Du weißt, dieſes Klei⸗ dungsſtück war mir von jeher ein Gräuel; ja ſelbſt, wenn ich in den Urwäldern Südamerikas zuweilen eine unbeſtimmte weiche Sehnſucht nach der Heimat in mir fühlte, ſo tröſtete mich die Erinnerung an den unbequemen, ſchwarzen, lächerlichen Frack der Heimat ein wenig über das Entbehren derſelben. Nun“, fuhr er aufathmend fort,„ich gedenke es auch nicht mehr oft anzulegen, dieſes ſchwarze lächerliche Ungethüm. Aber heute erachte ich es doch für meine Pflicht als Bürger und als deutſcher Mann, mich nicht zu ent⸗ ziehen dem, was die Stände beſchloſſen haben.“
„Sage lieber, mein theurer Vater, dem, was Du die Stände haſt beſchließen laſſen“, lächelte der junge Mann.„Denn Du warſt es doch, der den Gedanken anregte; Du warſt es, der durch ſeine glühende Be⸗ redtſamkeit die Bedenken der Anderen überwandeſt.“


