„Ach, ich verſtehe!“ rief der König lachend.„Sie entwerfen da mit der genialen Hand eines Künſtlers ein Portrait, daß ſo ähnlich iſt, daß man es nicht ver⸗ kennen kann! Nicht wahr, Sie meinen Alexander v. Humboldt?“
„Ja“, nickte der Kaiſer,„er ſtand im Vorzimmer, als ich vorüberging, und erzählte vielleicht den Kam⸗ merherren von den Herrlichkeiten des Orients oder von der tiefen Weisheit der Schiwmſprache, wobei er ganz vergißt, daß ſein Auditorium nicht aus profunden Ge⸗ lehrten beſteht, die ſich ſeiner Kenntniſſe freuen, ſondern aus leichtfertigen Cavalieren, welche dieſelben verſpot⸗ ten. Aber ich mache ihm Platz und ich bitte, ſagen
Sie Sr. Herrlichkeit, dem großen Gelehrten, er ſolle
mir vergeben. Nun leben Sie wohl! Ohne Umſtände! Beweiſen Sie mir, daß Sie mich wirklich als Ihren
Bruder betrachten und bleiben Sie hier.“
Der König ſchlang ſeine Arme um den Nacken des ſtolzen Czar und küßte zärtlich ſeine Lippen.
„Ich küſſe den Bruder“, ſagte er,„aber ich geleite wie es mir geziemt, den ruſſiſchen Kaiſer bis zum Aus⸗ gang hin. Sie müſſen mir doch die Freude gönnen“,
fuhr er lächelnd fort, als der Kaiſer ihm abwehren
wollte,„wirklich, Sie müſſen mir die Freude gönnen, daß ich den Lauſchern und Spionen, welche da drau⸗


