Teil eines Werkes 
1. Band (1873)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

27 1 ver, der Freund des Kaiſers von Oeſterreich und, nicht wahr, auch der Freund des jungen Königs Friedrich Wilhelm IV.?

Ja, bleiben Sie das, rief Friedrich Wilhelm innig,bleiben Sie immer der Freund des Königs von Preußen, der im guten und rechten Sinne gewiß immer conſervativ ſein und bleiben wird und alſo Ihres Schutzes gewiß.

Sie reichten ſich beide die Hände dar und grüß⸗ ten ſich mit einem freundlichen Blick.

Und jetzt, ſagte der Kaiſer dann, ſeinem Schwa⸗ ger zunickend,jetzt will ich zu meinem Geſandten gehen und einige Audienzen noch vor meiner Abreiſe ertheilen. Vergeben Sie es mir, daß ich ſo lange blieb. Aber dieſe Unterredung hat mir wohl gethan. Ich kam mit ſchwerem Herzen, ich geſtehe es Ihnen, doch ich gehe mit einem freudigen Herzen. Aber ich glaube, fuhr er lächelnd fort,mein Fortgehen wird einem Andren das Herz leicht machen.

Wem denn? fragte der Köuig lebhaft.

Nun, erwiderte der Kaiſer,dem kleinen weiß⸗ haarigen Manne mit dem großen Herzen und den jugendlich leuchtenden Augen, dem Manne, der ſchwatzt wie ein altes Weib, und von dem doch jedes Wort von Gelehrſamkeit und Wiſſen ſtrotzt.