Teil eines Werkes 
1. Band (1873)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

25

muß ich vorwärtsſchreiten auf dem Wege der Natio⸗ nalität, welcher bis jetzt nur erſt ein ſchmaler unge⸗ ebneter Fußpfad iſt, den ich aber weiter ebnen und ausarbeiten will zu einem prächtigen breiten Wege! Der ruſſiſche Kaiſer will ſeinem Volke die Achtung aller anderen Nationen, die höchſte Bedeutung erobern, und die ruſſiſche Sprache ſoll ſo hoch geachtet werden und ſo bedeutend ſein, wie nur irgend eine andere Sprache der Welt! Die griechiſche Kirche ſoll ihre Dome aufſtrahlen laſſen über alle Welt neben den ka⸗ tholiſchen und evangeliſchon Domen, gleich berechtigt, gleich mächtig, gleich ſtark! Dieſes iſt meines Lebens Ziel und Zweck, und ich trage die Fahne meines Ruſ⸗ ſenthums, ſo weit ſie mir zu tragen vergönnt iſt und ſo lange mein Arm ſie halten kann. Darum kann ich auch keine conſervative, ſondern muß eine erobernde Macht ſein. Und darin unterſcheiden wir uns, wir Rußland und Preußen. Sie haben zu erhalten, ich habe zu erobern.

Wäre ich Friedrich der Große, ſo würde ich vielleicht anderer Meinung ſein, und würde auch an Eroberungen denken. Sie ſind viel glücklicher daran, wie ich, Nikolaus; Sie haben ein einiges großes Reich, ich habe hüben nnd drüben ein ſchönes Land, aber was in der Mitte liegt, ſehen Sie, das iſt der ſchwie⸗

132 r