Teil eines Werkes 
1. Band (1873)
Entstehung
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Trauergemach, als der Kaiſer auf der Schwelle er⸗ ſcheint. Die ſchlanke, luaewenhe bleiche Dame, die zu den Häupten ihres Vaters in ſtiller Trauer geſeſſen, hebt ſich empor und tritt dem Kaiſer entge⸗ gen. Sie reicht ihm beide Hände dar und aus ihren Augen ſtürzen die Thränen hernieder. Der Kaiſer legt. ſanft ſeinen Arm um ihre Geſtalt und drückt ſie an ſich und küßt die zuckenden Lippen ſeiner Gemahlin, der geliebteſten Tochter des ſterbenden Königs.

Die andernKinder, der Kronprinz Friedrich Wilhelm, die Großherzogin von Mecklenburg, die Prin⸗ zeſſin Louiſe und die Söhne des Königs wollen Alle

dem Kaiſer entgegentreten. Er winkt ihnen leiſe mit

der Hand, zu bleiben an der heiligen Stelle neben dei Sterbenden. Und nun tritt er ſelbſt heran, neigt ſich zu dem König nieder.

Wie anders iſt jetzt die Begrüßung, als ſonſt in glücklichen Tagen! Sonſt, wenn der Kaiſer Nikolaus, der geliebte Schwiegerſohn des Königs zu ihm eintrat, nickte er ihm zu mit einem glücklichen Lächeln und reichte ihm die Hand dar und hieß ihn willkommen! Heute iſt er ganz gleichgiltig, ganz ſtill, und die Au⸗ gen, die ſich eben öffnen, ſtarren mit kaltem Blick zu ihm empor, zu ihm, der ſich tiefer neigt, um mit

zärtlichen Worten ihn zu begrüßen.