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Louis Napoleon nach Corfu entflohen ſei, erklärte ſich gern bereit, der Herzogin die von ihr bewohnten Zimmer zu überlaſſen und bat, ihr einen Beſuch machen zu dürfen. Aber die Herzogin war noch immer krank und bettlägerig und durfte Niemand empfangen.
Die Oeſterreicher alſo zogen in das Palais ein und nahmen von allen Zimmern Beſitz, und inmit⸗ ten derſelben, nur durch eine verſchloſſene Thür von dem Zimmer des Generals getrennt, befand ſich Hor⸗ tenſe mit ihrem kranken Sohn. Das geringſte Ge⸗ räuſch konnte ihn verrathen. Wenn er huſtete, mußte man ihm den Mund zuhalten und ſeinen Kopf unter Decken bergen, um das Geräuſch des Huſtens zu dämpfen, wenn er ſprechen wollte, ſo durfte das nur flüſternd geſchehen, denn die öſterreichiſchen Wand⸗ nachbarn würden erſtaunt geweſen ſein, in dem Zim⸗ mer der kranken Herzogin eine männliche Stimme zu vernehmen, und das hätte Verdacht erwecken können.
Endlich, nach acht Tagen der Qual und Angſt, erklärte der Arzt, daß Louis Napoleon jetzt ohne Gefahr die Reiſe antreten dürfe, und die Herzogin von St. Leu war alſo plötzlich geneſen! Sie ließ den öſterreichiſchen General Baron von Geppert um ſei⸗ nen Beſuch bitten, um ihm zu danken für ſeinen Schutz und ſeine Theilnahme; ſie erzählte ihm, daß ſie jetzt bereit ſei abzureiſen, und daß ſie beabſichtige ſich in Livorno einzuſchiffen, um in Malta mit ihrem Sohn zuſammen zu treffen und mit ihm nach Eng⸗ land zu gehen. Da ſie auf dem Wege nach Livorno das ganze öſterreichiſche Armeecorps zu paſſiren hatte, bat die Herzogin den General um einen von ſeiner Hand unterzeichneten Paſſirſchein, der indeß, um alles Auf⸗ ſehen zu vermeiden, ihren Namen nicht enthalten ſolle.


