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tiſchen Moralität willen, ſie blickten mit Achſelzucken auf dieſe jungen Männer hin, welche vielleicht nicht mehr als Eine Maitreſſe hatten, und denen die Frau ihres Freundes ſo heilig war, daß ſie derſelben nie mit einem unehrerbietigen Gedanken zu nahen wagten.
Dieſen„nigauds“ gegenüber unterhielten die Her⸗ ren des legitimen Frankreichs ſich gern von der Ver⸗ gangenheit und ihrer eigenen Größe. Inmitten die⸗ ſer vielen neuen Dinge, welche ſie umgaben und die ſie leider nicht alle hinweg zu leugnen vermochten, war es ihre ſüßeſte Erquickung, ſich in die Erinne⸗ rung an das ancienne régime zu vertiefen, und wenn ſie von dieſer Zeit ſprachen, vergaßen ſie ihres Alters und ihrer Ermattung, und waren wieder die jungen Roués des Oeil de boenf.
Als ſich einſt im Vorſaal Königs Ludwigs XVIII. der Marquis von Chimène und der Herzog von Lau⸗ raquais, dieſe beiden alten Heroen der frivolen Zeit, in welcher das Boudoir und die petites maisons das Schlachtfeld, und die Myrthen ſtatt der Lorbeeren der Siegespreis waren, von irgend einer Begebenheit der alten Regierung unterhielten, ſagte der Herzog von Lauraquais zur näheren Bezeichnung der Zeit, von welcher ſie ſprachen, zum Marquis:„Es war in eben dem Jahr, in welchem ich meine Liaiſon mit Deiner Frau hatte.“—
„Ach,“ erwiederte der Marquis von Chimone mit vollkommener Ruhe,„das war im Jahre 1776.“—
Beide Herren dachten nicht im Mindeſten daran, in dieſer Anknüpfung ihrer Erinnerungen etwas Auf⸗ fälliges zu finden. Jene„Liaiſon“ hatte zu den na⸗ türlichſten Dingen der Welt gehört, und es wäre von dem Herzog eben ſo lächerlich geweſen, ſie zu verleugnen, als von dem Marquis, ſich über ihre Exiſtenz zu ereifern.


