Teil eines Werkes 
2. Band (1858)
Entstehung
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dieſe aus der Revolution hervorgegangene neue Zeit und deren Vertreter, und freilich hatte ſie, die Toch⸗ ter des hingerichteten Königspaares, welche ſelbſt ſo lange im Temple geſchmachtet, die Schreckniſſe der Revolution in ihren traurigſten und ſchmerzlichſten Ausartungen kennen gelernt. Sie wollte ſich jetzt be⸗ mühen, die Zeit, welche ſie nicht mehr beſtrafen konnte, wenigſtens zu vergeſſen, und ſich den Anſchein geben, als ſei ſie gar nicht vorhanden geweſen.

Bei einem der erſten Diners, welches der König den Alliirten gab, ſaß die Herzogin von Angoulème neben dem König von Baiern, und auf den Groß⸗ herzog von Baden deutend, fragte ſie:„Iſt das nicht der Fürſt, welcher ſich mit einer Prinzeſſin von Bo⸗ naparte's Machwerk verheirathet hat? Welche Schwäche, ſich ſo mit dieſem General zu alliiren!“

Die Herzogin dachte nicht daran, oder wollte nicht daran denken, daß der König von Baiern eben ſo wohl, wie der Kaiſer von Oeſterreich, welcher auf der andern Seite der Herzogin ſaß und ſehr wohl ihre Worte hören konnte, ſich mit dem„General Bona⸗ parte“ alliirt hatten.—

Als ſie wieder Beſitz genommen hatte von ihren einſtigen Zimmern in den Tuilerieen, fragte die Her⸗ zogin von Angoulème den alten Dubois, ihren ein⸗ ſtigen Clavierſtimmer, der auch unter dem Kaiſerreich dieſes Amt verwaltet hatte und der Herzogin jetzt die neuen ſchönen, von Joſephinen angeſchafften Inſtru⸗ mente zeigte: wo denn ihr Piano geblieben ſei?

Dieſes„Piano“ war ein altes ſchlechtes Spinet geweſen und die Herzogin wunderte ſich, es nicht zu finden, als ob nicht faſt dreißig Jahre vergangen waren, ſeitdem ſie es zuletzt geſehen, als ob der zehnte Auguſt von 1792, wo das Volk die Tuilerieen demo⸗ lirte, gar nicht exiſtirt hätte!

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