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nicht häufig geſchah,“ fügte ſie mit einem Lächeln hinzu.„Jetzt, da er unglücklich iſt, werden Sie ſich als ſeine Freundin zeigen, er wird Sie bewährt finden, und ich bin überzeugt, daß er Sie ſehr gut empfangen wird.“
Frau von Staöl beſchäftigte ſich auch ſehr viel mit den jungen Prinzen, aber ſie hatte bei dieſen ſchlechtern Erfolg als bei uns. Vielleicht geſchah es, um die Fähigkeiten ihres Geiſtes beurtheilen zu kön⸗ nen, daß ſie dieſelben mit ungemeſſenen Fragen über⸗ ſchüttete.
„Lieben Sie ihren Oheim?“
„Sehr, Madame!“
„Werden Sie, aber auch, gleich ihm, den Krieg lieben?“
„Ja, wenn er nicht ſo viel Unheil verurſachte.“
„Iſt es wahr, daß er Sie ſo oft eine Fabel wie⸗ derholen ließ, welche mit den Worten beginnt: Der Grund des Stärkſten iſt immer der beſte.“
„Madame, er ließ uns oft Fabeln herſagen, dieſe nicht mehr, als irgend eine andere.“
Der junge Prinz Napoleon, der einen ſo erſtaun⸗ lichen Geiſt und ein ſo frühreifes Urtheil hatte, antwortete gemeſſen auf alle ihre Fragen, und als dies Interrogatorium endlich beendet war, wandte er ſich an mich und ſagte ziemlich vernehmlich:„Dieſe Dame liebt es ſehr zu fragen:(elle est bien qyue- stionneuse.) Iſt es das, was man nennt„Geiſt haben?“
Nach der Abreiſe des ſchönen Beſuches ſagte Jeder ein wenig ſeine Anſicht, und der junge Prinz Napo⸗ leon war derjenige, welcher den mindeſt guten Ein⸗ druck von den Frauen empfangen hatte, aber er wagte es nur ganz leiſe zu ſagen.
Ich meinestheils war von dieſem Beſuch mehr


