Teil eines Werkes 
2. Theil (1849)
Entstehung
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Sire, ſagte die Marquiſe leiſe, eingeſchüchtert von dem kalten, ſpottenden Tone Ludwigs, Sire, Ihr ſeid ſehr grauſam, ſehr hart gegen Eure arme Athenais!

Und Ihr ſehr zärtlich, ſehr hinreißend in dieſem Briefe da, nur daß es ein Faſtnachtsſpiel, eine Lüge iſt, während ich Euch mindeſtens die Wahrheit zeigte! Aber ich möchte doch die wahre Verfaſſerin dieſes Brie⸗ fes kennen! Es iſt ohne Zweifel eine Frau, denn nur ein Weib verſteht es, in ſo edler und würdiger Sprache zugleich die größte Zärtlichkeit und die größte Reinheit darzulegen! Oh, die Verfaſſerin dieſes Briefes muß die Liebe verſtehen, ſie muß ihr innerſtes Weſen mit der Verſtandeskraft eines Sokrates, und der Leiden⸗ ſchaft einer Lais durchdrungen haben!

Da können Ew. Majeſtät ſehen, wie ſehr der An⸗

ſchein trügt, rief die Marquiſe gereizt, denn die Frau, welche, wie ich bekennen will, dieſen Brief geſchrieben, ſie hat noch niemals geliebt, noch niemals einen Lie⸗ besbrief geſchrieben! Sie hat daher auch in ihrer Un⸗ erfahrenheit nur das niedergeſchrieben, was ich ihr, als den Ausdruck meiner Geſinnung, niederzuſchreiben befahl!

Und wer iſt dieſe Frau, der es gelungen, an un⸗