Teil eines Werkes 
2. Theil (1849)
Entstehung
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ſtändigen Schwankungen bliebe. Auf ihrem Schoße ruhte das zweite Kind, im Begriff einzuſchlummern, und die Frau ſang ihm mit halblauter, köſtlicher Stimme ein Wiegenlied, während ſie zugleich beſchäftigt war dem kleinen Herzog du Maine, der an ihrer Seite ſtand, die Blätter umzuwenden in dem großen Bilder⸗ buch, mit deſſen Anſchauung der Knabe beſchäftigt war.*) Übrigens war Francoiſe Scarron ſo ganz ver⸗ tieft in dem Anſchauen und der Sorge für ihre Pfleg⸗ linge, daß ſie den König gar nicht gewahrte, und ihre liebevollen Blicke immer auf dieſe Kinder gefeſſelt hielt.

Er hütete ſich wohl, durch irgend ein Geräuſch ſeine Anweſenheit zu verrathen. Auf der Schwelle ſtehend genoß er dieſes wundervollen, zugleich ſo ſchönen und ſo rührenden Anblicks. Bald däuchte ihm dieſe Frau eine von Engeln umgebene Heilige, bald eine von Amoretten umſpielte Göttin.— Aber wenn er ſeine Blicke auf dieſes ſo janſte, in reinſter Zärtlichkeit ſtrah⸗ lende Antlitz heftete, dann mußte er geſtehen, daß ſie durchaus mehr einer Heiligen, als einer Göttin ver⸗ gleichbar ſei.

Als er aber aus dem Nebenzimmer ſich nähernde

⁵) Beaumelle. Mémoires de Madame de Maintenon. Vol. II.