Wenn Ihnen dies gelingt, mein Herr, ſagte er, gebe ich Ihnen mit Freuden hundert Ducaten.
Der Greis zog ein Päckchen von grünem Papier hervor und öffnete es. Es enthielt ein weißes Pul⸗ ver, das er vorſichtig und mit feierlichem Ernſte in eine Taſſe Milch ſchüttete.
Wenn die Katze dies trinkt, wird ſie gerettet ſein, ſagte er, und näherte die Milch der Naſe Zenobia's.
Eine athemloſe, erwartungsvolle Stille trat ein. Man hörte des angſtvollen Kammerherrn Herz laut und vernehmlich klopfen.
Oh mein Gott, gieb, daß ſie trinkt! ſeußzte er leiſe.
Dieſe Zenobia war ein ſehr kluges, ſehr gefälliges Thier. Sie hatte nicht ſobald den angenehmen Duft gerochen, welcher in Folge des Pulvers aus der Milch emporſtieg, als ſie ſich langſam und mühſam empor⸗
richtete, und ihr ſchönes Haupt der Taſſe näherte.
Sie trinkt! jauchzte der Kammerherr und in der Freude ſeines Herzens umarmte er den Greis, welchen er einen Gottgeſandten, einen Wunderdoctor nannte.
Ja, ſie trinkt, ſagte der Greis feierlich, und jetzt iſt ſie gerettet.
In der That, die Katze hatte nicht ſobald dieſe mit


