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mein ganzes Herz hindrängt, für den ich tauſend Leben hingeben möchte, Ihn, der mein Traum, mein Glück, meine Verzweiflung und mein Jammer iſt! Sprichſt Du von Gott? fragte ich beklommen. Ich ſpreche von dem, den ich liebe, ſagte ſie empha⸗ tiſch, nenne ihn Gott, oder Teufel! Ich habe ihn ge⸗ liebt, wie meinen Gott, ich habe zu ihm gebetet, wie zu meinem Heiland. Sie ſah wundervoll aus, als ſie ſo ſprach. Ihre Wangen hatten ſich wieder mit einem dunklen Incar⸗ nat überzogen, ihre Lippen umſpielte ein ſeliges Lächeln, und ein ſchwärmeriſches Feuer glänzte aus ihren in Sehnſucht und Liebe ſtrahlenden Augen. In dieſem Augenblicke war ſie wieder ganz Weib, ganz lebens⸗ voolles, glühendes Weib, die ſteinerne Heilige war ver⸗ ſchwunden, die Nonne war ihrer Feſſeln enthoben. Sie war ganz wie in Ertaſe, ganz Entzündung und Seligkeit.
Und wo iſt er denn, dieſer Dein Gott und Dein Heiland? fragte ich..
Sie ſtreckte den Arm gen Himmel. Dort, dort oben iſt er, ſagte ſie zuverſichtlich.
Er iſt alſo geſtorben? I.


