Teil eines Werkes 
1. Theil (1849)
Entstehung
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II.

Die Buße.

Schön waren dieſe Stunden, die ich mit Natalien verlebte, ſchön, weil wir uns liebten, weil wir es ſchnell gelernt hatten, eine in der andern Blicken zu leſen, und die ſtumme Sprache unſerer Seele zu deuten. Oft gingen wir Hand in Hand hinunter in den Klo⸗ ſtergarten, der mit ſeinen ſchattigen Bäumen und ſeinen langen geſchnittenen Alleen etwas Melancholiſches, Dü⸗ ſteres hatte, das ganz zu unſerer Stimmung paßte, und das uns außerdem den Vortheil bot, unbemerkt von den Nonnen, und unbelauſcht von ihnen jedem Eindruck und jedem Empfinden uns hinzugeben. Denn die Non⸗ nen, längſt erbittert über das, was ſie Nataliens Frei⸗ heiten und Bevorzugungen nannten, ſahen mit ſteigen⸗ dem Unmuth, daß Natalie, den ſonſtigen Kloſterregeln entgegen, mit einem Weltkinde ein inniges Freundſchafts⸗