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ungerührt von den Klagen der Leidenden, ſagte die bleiche Nonne:„Man muß ihr zur Ader laſſen.“
Es war ein wunderbarer Anblick, dieſes Weib, das mit aufgelöſtem Haar, mit fieberglühenden Wangen, mit hochathmendem Buſen auf dem Lager ruhte, und über ſie geneigt dieſe Nonne mit der ſtolzen, königlichen Geſtalt, mit dem bleichen, durchſichtigen Angeſicht, den blutloſen Lippen, und den großen, dunklen Augen, die mit kalten, verächtlichen Blicken auf der Kranken ruhten.
Wie entſetzlich ſchön iſt dieſe Nonne, ſagte ich un⸗ willkührlich.
Die Frau Priorin, die an meiner Seite ging, hörte meine halblauten Worte.
Nicht wahr, ſagte ſie mit bitterm Lachen, ennſſeslich ſchön? Das iſt unſere ſteinerne Heilige.
Natalie hatte dieſe Worte verſtanden, ſie hob leiſe das Haupt empor, und ſah uns an mit einem ſo ſchar⸗ fen, durchdringenden Blick, daß ich ganz unwillkühr⸗ lich die Augen niederſchlug, und doch, mit zauberhafter Gewalt von dieſem Blicke angezogen, mich dem Bette näherte.
Wie furchtbar ſind dieſe Qualen, achzte die fieber⸗ glühende Kranke. Habe doch Erbarmen mit mir, mein


