Teil eines Werkes 
1. Theil (1849)
Entstehung
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Herz nach Zärtlichkeit und Liebe, und ſie war eine Nonne! Lebend war ſie eingeſargt hinter kalten, öden Kloſtermauern, und nur das kalte ſteinerne Crueifir ruhte an ihrem vollen, hochathmenden Buſen! Sie war eine Nonne!

Das iſt ſehr veraltet, ich weiß es, von einer Nonne zu erzählen und vom Kloſter! Aber das Alte iſt wie⸗ der neu geworden, wir haben wieder neue Klöſter und neue Nonnen, und in dieſem ewigen Kreislauf der Dinge ſind wir wieder angekommen im Mittelalter, wo die Prieſter die Völker verdummten und die Könige verführten mit ihrer argliſtigen fanatiſchen Frömmigkeit! Man verzeihe mir alſo meine Nonne, ſie kommt aus dem Mittelalter her, und iſt doch ganz ein Kind un⸗ ſerer Zeit, denn unſerer Zeiten Schmach und Jammer hat ſie empfunden in ihrem Herzen, und iſt daran ge⸗ ſtorben! Aber ſie iſt nicht wie eine Chriſtin geſtorben! Die Chriſten von heute hatten ihr das Chriſtenthum verleidet, und vom Beichtvater und den Sterbeſacra⸗ menten wollte ſie keinen Troſt im Sterben ſuchen! Aber den Prieſter, der an ihrem Bette ſtand, und dem ſie nicht beichten wollte, den ließ ſie ſchwören, daß er ihren letzten Willen ehren, und ihren Nachlaß mir