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Nichts kann, nichts wird ſich ändern. Unſere letzte Hoffnung war der Beiſtand Napoleons, ſein mächtiges, entſcheidendes Wort zu unſerer Hilfe gegen Rußland. Heute früh iſt der Oberſt Roſen von Stuttgart zurückgekehrt, wo er den Kaiſer der Franzoſen getroffen hat; aber wie iſt er aufgenommen worden! Napoleon hat ihn kaum angehört, die Stirn gerunzelt, iſt auf und abgegangen und hat dann geſagt: Ihr ſeid ein ſonderbares Volk. Zuweilen ſeid ihr tapfer wie die Tapferſten, doch plötzlich fällt es euch ein, des Krieges müde zu werden, und ihr geht nach Haus und entthront oder ermordet dafür eure Könige. Ich wünſche dem Herrn Reichsverweſer Glück, weiter kann ich nichts thun. Will er Frieden machen, ſo hat er ſich allein mit dem Kaiſer Alexander zu verſtändigen.
So ſind alle Ausſichten auf franzöſiſche Hilfe vorbei! rief Adler⸗ creutz betroffen.
Die Franzoſen des Nordens haben nichts von ihren lieben Herren Brüdern in Paris zu erwarten, erwiederte der General kalt ſpottend, daher müſſen wir den Ruſſen geben, was ſie haben wollen.
So iſt Finnland verloren! murmelte Adlercreutz.
Und die Alandinſeln ſind es auch.
Nimmermehr! Die Alandinſeln nehmen wir wieder, ſobald der Sommer da iſt. Sie ſind die Brücke, um Finnland einſt zurück⸗ zuerobern..
Das weiß Alexander ſo gut wie wir, ſagte Adlerſparre. Graf Alopäus iſt hier angekommen, in aller Stille. Er bringt den feſten Entſchluß ſeines Kaiſers, keinen Frieden zu ſchließen, der ihm nicht die Alandinſeln überläßt. Für dieſen Preis willigt er darin— daß der ganze Stamm der Holſteiner ausgetrieben wird.
Und für einen ſolchen Preis ſind die Alandinſeln feil! rief Adler⸗ creutz voll Zorn und Schmerz.
Der General machte ein bejahendes Zeichen ohne einen Zug in ſeinem harten Geſichte zu ändern. Man hat Ihnen das Alles noch verſchwiegen, ſagte er, allein Sie werden heut noch mehr davon er⸗ fahren. Wir müſſen uns fügen, warten und handeln, wie es Staats⸗ männern geziemt. Aber Niemand kann uns zwingen, unter eine ſolche Friedensacte unſeren Namen zu ſetzen.
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