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Sie werden ſchon dafür ſorgen, General, daß alle die alten, ver⸗ moderten Satzungen und Einrichtungen bleiben, wie ſie ſind, ant⸗ wortete Adlercreutz, erbittert grollend.
Ja, dafür werde ich ſorgen, verſetzte Adlerſparre. Der Adel hat dieſe Revolution gemacht, um ſeine Privilegien zurück zu erobern, es wäre Unſinn, wollte man ſie ihm nehmen. Jeder Stand ſoll haben, was ſein war, und jeder ſoll es behalten. Zum Teufel! mit allen Freiheitstheorien, wir wollen uns die Köpfe nicht daran zerbrechen Was iſt das Volk hier? Ein roher, wüſter Haufen. Der Adel hat Schweden Jahrhunderte lang regiert, es müſſen andere Zeiten und andere Menſchen kommen, wenn dies nicht mehr ſo ſein ſoll. Für jetzt bleibt Alles wie es war und iſt. Karl der Dreizehnte wird König werden und Chriſtian Auguſt, Prinz von Holſtein⸗Auguſtenburg, Kron prinz. Das iſt ein Kronprinz, wie ihn Schweden braucht. Beide werden die Verfaſſung beſchwören, wie ſie der Reichstag macht, Nichts Anderes. 4
Denn dies iſt Jöran Adlerſparre's Wille! rief der General, indem er aufſtand.
Ja, das iſt mein Wille und der Wille der großen Majorität des Reichstags. Daher wird es auch der Wille unſeres neuen Königs ſein, der immer weiß, was recht und was klug iſt.
Adlercreutz unterdrückte einen Seufzer und blieb nachſinnend ſtehen. Ich bin hierher gekommen, ſagte er nach einer ſchweigenden Minnte, um mit Ihnen, mein lieber Waimon, zu ſprechen. In Frederikhamn werden die Friedensunterhandlungen mit Rußland er⸗ öffnet; wahrſcheinlich bin ich dazu beſtimmt, daran Theil zu nehmen.
Allein Sie werden es, wie ich vermuthe, ausſchlagen, fiel Adler ſparre ein, und als der Generaladjutant ihn fragend anblickte, fuhr er fort: Aus alter Freundſchaft rathe ich es Ihnen, Stockholm nicht zu verlaſſen. Dieſe Friedensunterhandlungen werden peinlich ſein und was dabei herauskommt wird man einen ſchimpflichen Frieden nennen,
obwohl die ſchwerſten Opfer gebracht werden müſſen, weil es nicht anders geht.
Noch kann ſich Manches ändern, ſagte Adlercreutz vor ſich hin.


