Jahrgang 
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Sie mit Ihren Freunden deren Brod. Theilen Sie deren Schickſal, wie es auch kommen möge.

Ja ſo! rief der Feldwebel, und es war, als ob ſeine Augen trü⸗ ber würden, aber es ging vorüber, und ſeine Laune erholte ſich. Ich nehm's an, Herr Waimon, und wenn's jemals wieder ſo kommen ſollte, wie damals, wo wir zuſammen nach Eckenäs fuhren es fehlte uns nicht an Speiſe und Trank und Luſtigkeit, und der arme Spuf machte es zum Beſten ſo theile ich auch wieder mit Ihnen. Gott helf uns Alle, Herr Waimon, daß wir wieder froh ſein können und ein Ende haben, wie Major Munk.

Munkl riefen ſie Alle, wie mit einer Stimme.

In meinem Arm iſt er ſo ſanft geſtorben und ſo freudig, wie ein Held, ſagte Roth. Es war das letztemal, da wir die Ruſſen bei Idenſalmi ſchlugen, und da lag der alte Major, ſchrie: Sieg! Sieg! Es lebe Schweden! und wie ich ihn aufhob, ſah er aus, wie ein jun⸗ ger Bräutigam, rief: Sieg! Sieg! und war todt.

Die Thränen floſſen aus allen Augen, es war feterlich ſtill. Viele Worte der Liebe und der tiefen Rührung folgten aber dann dem Andenken des tapferen Invaliden nach, von dem Roth Alles erzählte, was er wußte. Gott war mit ihm! ſagte er endlich, denn er nahm ihn fort in un⸗ ſerer letzten frohen Stunde. Von da ab ging das Unglück los. Schlag auf Schlag kam's Elend aller Art und Hunger dazu. Und es iſt eine richtige Wahrheit, meine lieben Herren und Damen, daß auch der allermäßigſte Mann von dieſer Zeit an niemals wieder ſatt wurde.

Seine Anſpielungen auf Speiſe und Trank wurden verſtanden. Die Frauen führten den verhungerten Feldwebel in ihre Küche und bald war er reichlich verſorgt, getränkt und gekleidet, ſo daß er als ein an⸗ deres Weſen wieder zum Vorſchein kann.

Während deſſen aber hatte Otho einen anderen Beſuch erhalten, und es war ein entſcheidender Tag für die Schickſale dieſer finniſchen Flüchtlinge geworden, wie ſie es nicht geahnet hatten.

Nach einer Stunde ſaß auf derſelben Stelle, wo der Feldwebel geſeſſen hatte, der erſte Generaladjutant des Reichsverweſers, General Adlercreutz und ihm gegenüber hatte eine andere wichtige Perſon Platz genommen, General Adlerſparre, der Chef der Revolutionsarmee. Der