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Es war ein weißer, langer Handſchuh von ſehr feiner Art.
Mit Silberfäden geſtickt, welche Schlangenlinien und Kreuze bildeten?
So war es in der That, ſagte Jönsſon.
Am oberen Ende mit weißem Pelz beſetzt?
Damit war er beſetzt.
B3 er gehörte zur linken Hand.
Sie haben den Handſchuh alſo doch ſchon geſehen, mein Kind?
Nein! ſagte Otho, dieſen nicht, aber den andern, der zu dem Paare gehört, den habe ich geſehen. Mein Gott! wie kann das ſein, wo iſt hier der Zuſammenhang! Sehen Sie mich an, Herr Jönsſon. Bin ich dem Manne ähnlich, den Sie damals ſahen? Erinnern Sie ſich ſeiner nicht mehr? Sagen Sie mir die Wahrheit!
Beruhigen Sie ſich, antwortete der Greis, erſchrocken über ſeines Gaſtes Heftigkeit. Wenn ich Sie anblicke, eben jetzt, wo Ihre Augen rollen, Ihre Stirn ſo düſterfaltig ſich zuſammenzieht, ſo könnte ich glauben, es wäre wahr, was mich ſchon öfter überkommen. Doch, wie ließe ſich das erklären? Wer ſollte jener unglückliche Mann ge⸗ weſen ſein?
Mein Vater! erwiederte Otho aus tiefer Bruſt.
Ihr Vater! verſetzte der Pfarrer ungläubig und verwirrt; was bringt Sie auf ſolche Muthmaßung? Welche Schickſale hätten Ihren Vater in dieſe Lage gebracht?
Otho blickte ins Feuer ohne zu antworten. Jönsſon nahm theil⸗ nehmend ſeine Hand, er war beunruhigt über die Einbildung ſeines Freundes, die er für gefährlich und für Folge ſeiner Krankheit hielt. Wir dürfen uns nicht von unſerer lebhaften Theilnahme täuſchen laſſen, ſagte er. Sie ſind ſehr aufgeregt, ruhen Sie aus. Ihr Puls ſchlägt ſo ſieberhaft, daß ich beſorgt werde.
Beſorgen Sie nichts, erwiederte der junge Mann, ich bin voll⸗ kommen geſund und weiß genau was ich ſage. Aber ich wiederhole Ihnen, daß ich den Handſchuh, der zu dem von Ihnen gefundenen paßt, geſehen habe, und ich fürchte, mein Vater und meine Mutter waren die Unglücklichen, deren Ehe Sie einſegneten.


