e
——
Die Eltern waren voll zarter Rückſicht durch einen vorauseilenden Grönländer auf die Rückkehr ihres todt⸗ geglaubten Kindes vorbereitet worden.
Aber es landete auch diesmal nicht ein unbeſonnener, von jugendlicher Lebensluſt überſprudelnder Knabe, ſondern ein ernſter, gereifter Jüngling, gebeugt und voll Reue über ſeine tiefe Verſchuldung..
Harald wollte ſich ſeinem Vater zu Füßen werfen. Aber dieſer fing ihn auf, umarmte und küſſete ihn.
„Vater, laß mich!“ ſagte Harald.„Ich bin wie der verlorene Sohn und muß wie dieſer ſprechen:„Vater, ich habe geſündigt im Himmel und vor dir und bin nicht werth, daß ich dein Sohn heiße“.
„Nun ſo will ich denn wie der Vater ſprechen“, ſagte Herr Lymann.„Bringet das beſte Kleid hervor und thut's ihm an und gebet ihm einen Fingerreif an ſeine Hand und Schuhe an ſeine Füße; und bringet ein gemä⸗ ſtetes Kalb her und ſchlachtet es, laßt uns eſſen und fröhlich ſein. Denn dieſer mein Sohn war todt und iſt wieder lebendig geworden; er war verloren und iſt ge⸗ funden.
An dieſem Tage war Feſttag im Miſſionshauſe zu Pfingſtthal. Aber der ſchönſte Schmuck des Feſtes waren die Reuethränen des Sohnes und die Freudenthränen der Eltern.
Der folgende Winter traf die Familie Lymann nicht mehr in Grönland.


