— 116—
Augen auf. Sein ſcharfblickendes Weſen hatte ihn ſelbſt jetzt in der Todesſtunde nicht verlaſſen. Raſch überſchaute er die ganze Situation und ſagte:
„Ich glaube ich befinde mich in guter Geſellſchaft, bei Männern, die die nöthige Geduld und das Verſtändniß haben, um einige Enthüllungen entgegenzunehmen, die ich geben möchte, ehe ich vor den Richterſtuhl Gottes trete.“
Der Kapitän ſtellte ſich und die anderen Herrn vom Schiff Hans Egede vor und ſagte:„Sie ſehen uns tief erſchüttert und voll Betrübniß, daß uns nur vergönnt war, ſie ſterbend auf unſer Schiff aufzunehmen. Es wäre uns natürlich ungleich lieber geweſen, wenn das Rettungswerk ganz gelungen wäre und wir auch Sie nach Ihren ſchreck⸗ lichen Schickſalen auf der Scholle als lieben Gaſt hier hätten willkommen heißen können.
So ſtehen wir nur um ihr Sterbebett, allerdings voll Bewunderung für ſo viel Todesmuth, wie ſie im Augenblick zeigen und für ſo viel Opferfreudigkeit, mit der ſie dieſem jungen Menſchen das Leben gerettet haben.
Unſeres Wohlwollens ſeien Sie natürlich im höchſten Grade verſichert. Gebieten Sie nur ganz über uns nach Wunſch. Die letzten Worte und der letzte Wille eines ſo hochherzigen, tapferen Landsmanns werden uns werth und theuer ſein“.
„Sie täuſchen ſich über mich, meine Herren“, erwiederte Hans Egede, indem ein ſchmerzlicher Zug ſein bleiches Ge⸗ ſicht überſchattete.„Ich bin kein Held. Ich bin ein elender


