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ſinnliche Liebe gleicht dem Apfel, den die Schlange im Paradieſe bot, nach dem Genuſſe deſſelben verſchloß ſich der ſelige Aufenthalt dem erſten Menſchenpaare fuͤr immer. Die reingeiſtige Liebe aber iſt nur allzuoft jene Schlange ſelbſt.— Kam es nicht zu jenen Ge⸗ ſtaͤndniſſen und Forderungen?
Dazu kam es allerdings nicht— ſprach der junge Mahler mit unterdruͤcktem Seufzer.
Aber— fiel Tipaldo ein— die bekannte Hab⸗ ſucht der Liebe, wußte ihren Curſus, durch Umgehung dieſer Dinge, zu vollenden, heh? Nur weiter aber!
Da ſie— fuhr Aldenheim fort— von einer Schei⸗ dung nichts wiſſen wollte, ſo mußten wir uns endlich nothwendig trennen. Denn ich war meiner Blicke und Gefuͤhle, auch im Beiſeyn ihres Gemahls, nicht laͤn⸗ ger maͤchtig. In den letzten Wochen wechſelte ich von hieraus Briefe mit ihr. Einer davon gerieth, trotz al⸗ ler Vorſicht in des Staatsraths Haͤnde. Es kommt zu einem ſtuͤrmiſchen Auftritte zwiſchen ihm und ihr, und keine Zuflucht bleibt ihr vor den Mishandlun⸗ gen des Abſcheulichen, als bei Verwandten von ihm, welche ein Gut in hieſiger Gegend bewohnen. Hier aber findet die Aermſte eine eigentliche Hoͤlle. Schau⸗ dernd vor der Beſchreibung, welche mir ein Brief


