Teil eines Werkes 
2. Band, 10.-20. Gesang (1820)
Entstehung
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Zwanzigſter Geſang.

44.

Treu ruhten Arm in Arm geſchloſſen, Die gruͤnen Kraͤnze noch im weichgelockten Haar, Die holden Bilder jetzt, die ſonſt ihr Geiſt durchfloſſen, Im tiefen Todesſchlaf am heiligen Altar. Ein ſtilles Laͤcheln war um ihren Mund ergoſſen, Glatt war die keuſche Stirn, die Wange bleich und klar; Die Augen, ſonſt ſo hell von nimmer muͤdem Leben, Sie ſchliefen ruhig jetzt von ew'ger Nacht umgeben.

45.

Und als der Daͤnenfuͤrſt und ſeine holde Braut Sanftweinend noch an jener Slaͤtte ſtehen,

Als Reinald kniend noch zum blauen Himmel ſchaut, Wo er zum letzten Mal ihr theures Bild geſehen,

Als alles Volk verſtummt, und kaum mit leiſem Laut, Vom Staunen noch gehemmt, die Athemzuͤge wehen, Da naht dem bleichen Paar ſich Heinrichs großer Sohn, Und ſpricht mit ernſtem Blick und feierlichem Ton: