Zehnter Geſang. 17
20.
O Sivald, ruft der Juͤngling tief bewegt, Du ſprichſt von ihr, um die ich ewig klage! Du treues Herz, wie hat mir deine Frage Den ganzen tiefen Schmerz noch bittrer aufgeregt! Weh mir, daß grade jetzt an dieſem ſchoͤnen Tage So herben Kummer mir das Schickſal aufgelegt! Ach, mußt' ich dich nur darum wiederfinden, Um dir das groͤßte Leid des Lebens zu verkuͤnden!
21.
Doch nein, ich will den Troſt des Himmels nicht verſchmaͤhn,
Will freudig meine Hand der holden Hoffnung reichen! NRoch liebt mich Gott! er giebt mir jetzt das Zeichen, Ich werd' auch ſie noch einmal wiederſehn! Wohl iſt das fluͤcht'ge Gluͤck der Biene zu vergleichen, Die dort am liebſten wohnt, wo duft'ge Blumen ſtehn. Dich fand ich unverhofft in dieſen Waldesgruͤnden, Und ſollte ſie nicht auch einſt wiederfinden?
II, Theil. 2


