Teil eines Werkes 
2. Band, 10.-20. Gesang (1820)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

Zehnter Geſang.

4.

3 So trieb der raſche Wahn ihn immer weiter fort, Indeß ſich wilder ſtets der oͤde Pfad verwirrte; Wie oft ein Wanderer, der ſich im Hain verirrte,

Dem leichten Flaͤmmchen folgt, das taͤuſchend hier und dort In dunkler Ferne huͤpft. Schon waͤhnt er ſich der Huͤtte Geliebter Menſchen nah und foͤrdert ſtets die Schritte, Bis raſch in's tiefe Moor der falſche Schein verſinkt, Und ohne Ziel und Pfad die Wildniß ihn umringt.

5.

Als nun das Abendroth am Himmel ſchon entglommen, Da wirft der matte Fuͤrſt mit lebensmuͤdem Sinn, Von Zorn u. Schmerz erregt, von dumpfer Angſt beklommen, Tief ſeufzend, hoffnungslos in's feuchte Gras ſich hin. Und ſo wie dichter ſtets in dunkler Waldesſtille Die Daͤmmerung durch Zweig' und Wipfel zieht, So ſcheint auch ihm im traurenden Gemuͤth, Daß immer naͤchtlicher die Hoffnung ſich verhuͤlle.