Teil eines Werkes 
1. Band, 1.-9- Gesang (1820)
Entstehung
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Neunter Geſang.

88.

Doch nach und nach beginnt im dunkeln Zauberſpiegel Durch's todte Daͤmmergrau ein friſcher Hauch zu wehn; Beweglich ſinkt und ſteigt der Duft mit raſchem Fluͤgel, Scheint zitternd bald zu fliehn und bald zu widerſtehn. Hier ſchaut ein Thurm hervor und dort ein gruͤner Huͤgel, Hier laͤßt ein Wald das Haupt und dort die Tiefe ſehn; Dort treibt ein breiter Strom mit ſonderbaren Wellen Die grauen Nebel fort, die ihm entgegen ſchwellen.

89.

Und als nun ganz die Daͤmmrung ſich erhellt, Da iſt ein reiches Bild aus ihr hervorgegangen, Von Waͤldern gruͤnt der Berg, mit Saaten wogt das Feld, Und Staͤdte bluͤhn empor, und ſtolze Feſten prangen. Hier zeigt ſich ein Pallaſt und dort ein Hirtenzelt,

Hier Meer vom Land umhegt, dort Land vom Meer umfangen,

und Menſchen wandern rings umher von Ort zu Ort,

Und durch die Wellen fliehn die weiſſen Segel fort.