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E. Chr. v. Kleist's Gedichte
Entstehung
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Und ſo ward durch der beiden Freunde Muth, Des Vaterlands Verderben abgewandt.

Ihyr Krieger! die ihr meiner Helden Grab

In ſpaͤter Zeit noch ſeht, ſtreut Roſen drauf,

Und pflanzt von Lorbern einen Wald um⸗ her!

Der Tod fuͤr's Vaterland iſt ewiger

Verehrung werth. Wie gern ſterb' ich ihn auch,

Den edeln Tod, wenn mein Verhaͤngniß ruft!

Ich, der ich dieſes ſang im Laͤrm des Kriegs⸗

Als Räuber aller Welt mein Vaterland

Mit Feu'r und Schwert in eine Wuͤſtenei

Verwandelten; als Friedrich ſelbſt die Fahn'

Mit tapfrer Hand ergriff, und Blitz und Tod

Mit ihr in Feinde trug, und achtete

Der theuren Tage nicht fuͤr Volk und Land,

Das in der finſtern Nacht des Elends eeufzt.

Doch es verzagt nicht drinn, das treue Land;

Sein Friedrich laͤchelt, und der Tag bricht an.

Der Tag bricht an! Schon zoͤge Schwah

und Ruß,

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