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E. Chr. v. Kleist's Gedichte
Entstehung
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Wenn man zum Zorn ſie reizet, wie ſein

Heer

Jetzt war. Doch die Beſatzung war zu ſchwach,

Und allgemein der Sturm. Mißlang es hier

Dem Feinde, ſo erſtieg er dort die Mau'r.

Das Schloß ward uͤberſchwemmt, und ward ein Raub

Des Todes. So verſchlingt die Fluth des Meers

Das Ufer nach der Ebb' und was ſich ihm

Genaht. Wo Blumen jetzt ſtolzierten, tobt

In Waſſerwogen das Verderben jetzt.

Auch Paches ward des Todes Raub, wie

ſein

Furchtloſes Heer. Leoſthenes ſand ihn

Durchbohrt und hingeſtreckt, und kannt' ihn an

Der Ruͤſtung. Lange ſah mitleidig er

Nebſt ſeinem Volk, das auf die Spieße ſich

Umher gelehnt, den todten Helden an,

Und eine Thraͤne floß ihm von dem Aug'.

Er ſah noch Edelmuth in Zuͤgen des

Erblaßten Angeſichts. Drauf wuͤnſcht' er auch

Den Ciſſides zu ſehn, doch lang umſonſt.

Zuletzt erblickt er einen Teppich auf

Der Erd', erhub ihn und erſchrack, als ſich