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E. Chr. v. Kleist's Gedichte
Entstehung
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92 Iſt unter lauten Freuden mir

Das Haar verbleichet. Und wiewohl Ich achtzigmal bereits den Wald

Um unſre Huͤtte gruͤnen ſah,

So iſt mein langes Leben doch,

Gleich einem heitern Feuͤhlingstag, Vergangen, unter Freud' und Luſt.— Zwar hab ich auch manch Ungemach Erlitten. Als dein Bruder ſtarb,

Da floßen Thraͤnen mir vom Aug' Und Sonn' und Himmel ſchien mir ſchwarz⸗ Oft auch ergriff mich auf dem Meer Im leichten Kahn der Sturm, und warf Mich mit den Wellen in die Luft;

Am Gipfel eines Waſſerbergs

Hing oft mein Kahn hoch in der Luft; Und donnernd fiel die Fluth herab, Und ich mit ihr. Das Volk des Meers Erſchrack, wenn uͤber ſeinem Haupt Der Wellen Donner tobt', und fuhr Tief in den Abgrund; und mich duͤnkt', Daß zwiſchen jeder Welle mir

Ein feuchtes Grab ſich oͤffnete.

Der Sturmwind tauchte dann ns Meer Die Fluͤgel, ſchuͤttelte davon

Noch eine See auf mich herab.

Allein bald legte ſich der Zorn

Des Windes, und die Luft ward hell, Und ich erblickt' in ſtiller Fluth

Des Himmels Bild. Der blaue Stoͤr