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Auswahl von Hebel's allemannischen Gedichten
Entstehung
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Eine Frage.

Sag, weiſch denn ſelber au, du liebi Seel, was s Winechtchindli iſch, und heſchs bidenkt? Denkwol i ſag der's, und i freu mi druf.

O, s iſch en Engel uſem Paradies mit ſanften Augen und mit zartem Herz. Vom reine Himmel abe het en Gott de Chindlene zum Troſt und Sege gſchickt. Er hüctet ſie am Beitli Tag und Nacht. Er deckt ſie mittem weiche Fegge zu, und weiht er ſie mit reinem Othem a, wird's Aeugli hell und's Bäckli rund und roth. Er treit ſie uf de Hände in der G'fohr, günnt Blüemli für ſie uf der grüene Flur, und ſtoht im Schnee und Rege d'Wienecht do,

ſe henkt er ſtill im Wienechtchindli⸗Baum

e ſchoͤne Früehling in der Stuben uf, und lächelt ſtill, und het ſi ſüeßi Freud, und Mutterlibi heißt ſi ſchöne Name.

Jo, liebi Seel, und gang vo Hus zu Hus, ſag Gute Tag, und B'hütich Gott, und lueg! Der Wienechtchindli⸗Baum verrothet bald,

wie alli Müetter ſin im ganze Dorf.

Do hangt e Baum, nei lueg me doch und lueg!