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Preiſe die Schoͤnen ſogar, welche mich ge⸗ ſtern beſiegt; Und, bei Gott, kaum trau' ich mir ſelbſt, du hoͤrſt es geduldig, Stimmſt in's ſchmeichelnde Lob gern und gefaͤllig mit ein, Lobſt den beweglichen Geiſt, der nur die Ge⸗ nuͤſſe des Lebens Leiſ' umſchwebt und den Schmerz unter die Winde verſtreut,
Neckſt nur zuweilen mit ſtechendem Scherz den
Armen, der Dornen Statt der Roſen empfing, die er zu pfluͤcken gehofft;
Schalkhaft zeigſt du ein Briefchen mir dann,
das du eben empfangen, Aber die Unterſchrift deckſt du mit ſorglicher Hand, Ruͤhmſt mir die Blume, die juͤngſt ein Unbe⸗ kannter dir ſandte, Sprichſt: Schoͤn iſt das Geſchenk, ſollt' es der Geber nicht ſein? Faßt mich dann ploͤtzlicher Zorn, ſo ergreifſt du die nahe Guitarre, Uebertaͤubeſt mein Wort raſch mit der Sai⸗ ten Getoͤn, Singſt mir des Mißtrauns Qual mit komiſchem Pathos, und wahrlich, Endlich znuß ich noch ſelbſt wieder mich fle⸗ hend dir nahn.


