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Doch kaum flieht der Moment, ſo umſtrickt argliſtig den Frevler, Welcher die Feſſel ſo gern duldet, ein ande⸗ res Netz, Ach, und jeglichen Schwur, den ich dir that, tilgt die Bezaubrung, Gleich dem Gewölk, das raſch gaukelnde 5 Winde zerſtreun. Doch noch nimmer vergaß ich dich ſelbſt, und bin ich auch treulos, Nur dein eigener Reitz trage des Irrenden Schuld. Ach, du feſſelteſt mich mit ewigen Banden der Sehnſucht, FJegliches holde Geſicht zeigt dem Getaͤuſchten dein Bild! Doch kaum bin ich dir wieder genaht, ſo beugt 1 mich gewaltſam Dein allmoͤchtiger Blick wieder in's vorige 1 Joch. Wahrlich, dir ſchenkte Cythere gewiß den ma⸗ giſchen Guͤrtel, Welchen mit Zaubergeflecht webte der Gra⸗ zien Hand. Was du auch thuſt, du thuſt es mit Reiz, und heimliche Anmuth Schwebt im Blick dir und ſchwebt rings um die ganze Geſtalt. Kehr' ich dir wieder zuruͤck, ja dann geſteh' ich dir Alles,


