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Lerche und Nachtigall. Am 18ten März 1815.
O Lerche, was ſingſt du aus blauer Luft So lieblich herab durch den Morgenduft?
Ich ſinge, weil freundlich die Sonne ſich hebt, Weil Bluͤth' und Luͤftchen und Baͤchlein lebt, Weil blitzend der Thau an den Blumen haͤngt, Und Knoſpe zu Knoſpe ſich liebend draͤngt, Weil hold ſich im Kelche der Schmetterling wiegt, Und ſumſend am Bache das Bienchen fliegt, Und weil ich mich freue in Liebesluſt,
Drum ſing' ich ſo lieblich aus froher Bruſt.
Was foͤteſt du, zaͤrtliche Nachtigall, Durch Daͤmmrungswehen ſo ſuͤßen Schall?
Weil ſcheidend die freundliche Sonne ſinkt, Und das Leben in leiſer Klage verklingt, Weil bleich am Himmel das Roth zerfließt, Und der Duft verweht und die Blume ſich ſchließt, Weil traurig ſaͤuſelt der Fruͤhlingswind,
Und das Baͤchlein ſeufzend voruͤberrinnt, Und weil ich mich haͤrme in Liebesleid, Drum ſing' ich ſo ſuͤß in der Einſamkeit.
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