Fuͤhltet den laulichen Kuß ſaͤuſelnder Luͤfte zuerſt. Und dann nahete fanft wie ein heimwaͤrts win⸗ kender Engel Mit zartſchonender Hand meine Geliebte ſich
euch. Ach, wohl zagtet ihr nicht, als ſie liebkoſend euch pfluͤckte; Hat doch wehe zu thun nimmer die Milde gelernt. Nein, euch ſchien's, als ſchwebe der Lenz vom heiteren Himmel, Lieblich in Maͤdchengeſtalt kleidend den ewigen Reiz, Freundlich herab und wolle nun ſelbſt mit den fruͤheſten Bluͤmlein, Mit den geliebteſten hold ſchmücken das hei⸗ lige Haupt. Ach, ihr ſahet es nicht, wie die andern Schwe⸗ ſtern ſo froͤhlich Bluͤhten, indeß ihr ſelbſt welktet im zoͤgern⸗ den Tod! Nimmer verletzte den zaͤrtlichen Kelch ein feind⸗ licher Sturmwind, Nicht hat ſengende Gluth fruͤh euch die Wan⸗ gen entfaͤrbt! Zuͤchtig bluͤthet ihr auf, jungfraͤulich ſeid ihr geſtorben Auf jungfraͤulicher Flur, heilig durch heili⸗ gen Tod.


