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Denn wie ſich Traͤum' im Leben oft ent⸗ 1
falten, Und Leben oft in luft'gen Traͤnmen bluͤht, So gatten ſich die minnigen Geſtalten Zu einem Bild im liebenden Gemuͤth. In dieſer ſtreb' ich jene feſtzuhalten, Und waͤhne, daß mit dieſer jene flieht. Doch weil die Eine laͤngſt ſich mir entriſſen, Mußt' ich auch ſtets der Andern Liebe miſſen.
Jetzt hab' ich lange Fahrt fuͤr ſie begon⸗
nen,*)
Um ihren Preis auch ferne zu erhoͤhn;
Zwei Jahre ſchon ſind fluͤchtig mir verronnen,
Seit ich zuletzt den Heimathsſtrand geſehn.
Wird auch das Ziel mit Muͤhe nur gewonnen,
Doch ſcheint die Muͤh' um ſchoͤnes Ziel mir ſchoͤn,
Wenn ſie mich nur durch dunkle Meeresweiten
Mit ſuͤßer Huld und mildem Schimmer leiten.
Wohl ſeh' ich oft, wie hell vom goldnen
Throne Der Einen Bild zu mir herniederſinkt, Und freundlich mir zum wunderſel'gen Lohne, Daß nur fuͤr ſie mein treues Lied erklingt, Mit leiſer Hand die heil'ge Saͤngerkrone, Den Lorbeerzweig, in meine Locken ſchlingt;
*) Das Gedicht Caͤcilie.


