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Wir wollen alſo in unſerer Erzählung einen Ruhepunkt eintreten laſſen, um uns die? Zeit zu nehmen, ſie unſern Leſern zu beſchreiben.
Chicot, ein Mann von ſinnreicher Erfindung, hatte den Tragbalken ausgehoͤhlt, welcher von einem Ende ſeines Hauſes zum andern ging und ſo gleichzeitig zur Zierde diente, denn er war buntfarbig bemalt und trug zur Feſtig⸗ feit bei, auch hatte er wenigſtens achtzehn Zoll im Durch⸗ meſſer.
In dieſem Balken hatte er ſich mittelſt einer Aushoͤh⸗ lung von anderthalb Fuß Länge und ſechs Zoll Breite eine Geldkaſſe geſchaffen, die tauſend Goldthaler enthielt.
Chicot rechnete nun alſo.
„Ich gebe taͤglich“, ſagte er,„den zwanzigſten Theil eines dieſer Thaler aus, habe alſo noch zwanzigtauſend Tage zu leben. Ich werde ſie demnach nicht alle brauchen, fann aber bis zur Haͤlfte gelangen und je älter ich werde, deſto hoher ſteigen meine Bedurfniſſe und meine Ausgaben, denn das Wohlſein muß im gleichen Verhältniſſe zunehmen wie das Leben abnimmt. Ich habe, Alles wohl erwogen, noch fuͤnfundzwanzig bis dreißig Jahre zu leben und das iſt, Gott ſei Dank, lange genug.“
Chicot war alſo nach der Rechnung, die er gemacht
hatte, einer der reichſten Rentiers in Paris und die Beru⸗
higung uͤber ſeine Zukunft gab ihm einen gewiſſen Stolz.
Er war keinesweges geizig, vielmehr lange verſchwen⸗ deriſch geweſen, aber er furchtete ſich vor der Armuth, denn er wußte, daß ſie wie ein bleierner Mantel auf den Schul⸗ tern laſtet und auch die Stärkſten niederdruckt.
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