„O Frauen! Frauen!“ murmelte Roland,„un⸗ erforſchliche Naturen, deren Worte ein Geheimniß ſind, deren Mund nie das Geheimniß des Herzens ausſpricht, die weinen, beten, zittern, warum? Gott weiß es, aber wir Menſchen nicht. Ich werde gehen, Amelie, weil ich entſchloſſen bin, zu gehen und weil,
wenn ich mal einen Entſchluß gefaßt habe, keine
Macht der Welt mich davon abbringen kann. Jetzt umarme mich und fürchte nichts; ich werde Dir ganz leiſe ein großes Geheimniß ſagen.“
Amelie hob den Kopf, einen fragenden und ver⸗ zweiflungsvollen Blick auf Roland richtend.
„Ich habe ſeit mehr als einem Jahre erkannt,“
antwortete der junge Mann,„daß ich das Unglück habe, nicht ſterben zu können; ſei deßhalb wegen meiner unbeſorgt.“
Roland ſprach dieſe Worte in einem ſo ſchmerz⸗ lichen Tone, daß Amelie, die bis dahin ihre Thränen zurückgehalten, unter Schluchzen nach ihrem Zimmer zurückkehrte.
Der junge Offizier ſchloß ſeine Thüre, nachdem er ſich verſichert, daß auch ſeine Schweſter die ihrige verſchloſſen, und murmelte vor ſich hin:
„Wir werden wohl ſehen, wer meiner oder des Schickſals müde werden wird.“
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