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tereſſant; ich bin ein ſtarker Liebhaber von Geſpenſter⸗ geſchichten.“
„Ja,“ ſagte Edouard,„da ſcheinen Sie gar nicht wie meine Schweſter zu ſein, Mylord.“
„Warum das?“
„Sieh doch, Bruder Roland, wie ſie blaß iſt.“
„Wirklich,“ ſagte Sir John,„das Fräulein ſcheint nicht wohl zu ſein.“
„Ich, durchaus nicht,“ machte Amelie;„finden Sie nicht auch, daß es etwas heiß hier iſt, meine Mutter?“
Und Amelie trocknete die in Schweiß gebadete Stirne.
„Nein,“ ſagte Frau von Montrevel.
„Wenn ich Sie indeß nicht zu incommodiren fürchtete, ſo würde ich um die Erlaubniß bitten, ein Fenſter zu öffnen.“
„Thu' das, mein Kind.“
Amelie ſtand raſch auf, um von der erhaltenen Erlaubniß Gebrauch zu machen, und ſchwankend öff⸗ nete ſie ein auf den Garten hinaus gehendes Fenſter.
Als das Fenſter geöffnet war, blieb ſie an das Kreuz gelehnt ſtehen, und war auf dieſe Weiſe halb von den Vorhängen verborgen.
„Ah!“ ſagte ſie,„hier athmet man wenigſtens.“
Sir John ſtand auf, um ihr ſein Flacon mit flüchtigen Salzen ie ſie antwortete jedoch lebhaft: 16
„Nein, nein, Mylord, ich danke Ihnen, es geht viel beſſer.“
„Nun, nun,“ ſagte Roland ungeduldig,„es handelt ſich nicht darum, ſondern um unſern Bacher.“


