Teil eines Werkes 
1. Bd. (1857)
Entstehung
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thum wird von einem einfachen ſabiniſchen Edelmann beohrfeigt und der eiſerne Handſchuh Colonnas machte das Geſicht Bonifacius VIII. erröthen.

Aber der König von Frankreich, durch deſſen Hand die Ohrfeige eigentlich gegeben worden, was hatte er unter dem Nachfolger Bonifacius VIII. zu erwarten?

Dieſer Nachfolger war Benedict XI., ein Mann von niederer Herkunft, der jedoch vielleicht ein Mann von Genie geweſen, wenn man ihm die Zeit gegönnt.

Zu ſchwach, um ſich mit Philipp dem Schönen in einen Kampf einzulaſſen, fand er ein Mittel, um das ihn zweihundert Jahre ſpäter der Stifter eines berühmten Ordens beneidet hätte. Er verzieh Co⸗ lonna großmüthig und öffentlich.

Colonna verzeihen hieß Colonna für ſchuldig er⸗ klären; nur die Schuldigen bedürfen der Verzeihung.

Wenn Colonna ſchuldig war, ſo war der König von Frankreich mindeſtens ſein Mitſchuldiger.

Es war einige Gefahr dabei, einen ſolchen Be⸗ weis aufrecht zu erhalten; Benedict XI. war auch nur acht Monate Papſt.

Eines Tages erſchien eine verſchleierte Frau, welche ſich für eine Convertitin der h. Petronilla von Perouſe ausgab, als er gerade bei Tiſche ſaß, und überreichte ihm ein Körbchen mit Feigen.

War eine Natter darin verborgen, wie in dem der Cleopatra? Thatſache iſt, daß der heilige Stuhl andern Tages vacant wurde.

Damals hatte Philipp der Schöne eine ſeltſame Idee, ſo groß, daß ſie ihm anfangs wie eine Hallu⸗ eination erſcheinen mußte.