Teil eines Werkes 
3. Theil (1826)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

—

☛ 185

kannten Emil, der eifrig beſchäftigt war, dürre Reiſer in die Flamme zu legen. Sie ſtanden hinter ihm, und hatten ſich ſo geräuſchlos ge⸗ naht, daß er ſich noch immer allein und un⸗ bemerkt glaubte. Guſtav, dem es plötzllich ein⸗ fiel, daß der Junge vielleicht mehr als jeder Andere von ſeiner theuren Lehrerin wiſſen möchte, daß vielleicht ſelbſt ſein Verweilen hier mit ei⸗ nem Auftrag von ihr in Verbindung ſtehen könne, war eben im Begriff, hervorzutreten, als er gewahr wurde, daß der Knabe ein verſiegel⸗ tes Päcktchen aus dem Buſen zog.

„Ich werde ſie alſo nie mehr ſehen,“ ſeufzte er laut,„und will ihr zum letzten Mal

gehorſam ſeyn.“

Dieſe Worte waren Guſtaven genug. Er ſtürzte in demſelben Augenblick hervor, und, als ahnte er, daß nur eine Gewaltthat ihn hier zum Ziel bringen konnte, entriß er dem erſchrockenen Knaben das Päcktchen, in dem er einen Brief zu erkennen glaubte, und beſah es von allen Seiten. Es war ohne Aufſchrift,